| Pressemeldung | Nr. 219

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November 2016

Bischof Dr. Franz-Josef Bode: „In Gewaltprävention investieren und frauenspezifische Benachteiligung abbauen“

 

Weltweit wird am 25. November der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen begangen. Auch in vielen katholischen Gemeinden, Frauenverbänden und sozialen Institutionen wird dieser Tag zum Anlass genommen, um auf frauenspezifische Gewalterfahrungen aufmerksam zu machen.

Der Vorsitzende der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück), erinnert anlässlich des Welttages daran, dass Frauen innerhalb der weltweiten Migrations- und Fluchtbewegung besonders verwundbar sind und vielfältig Gewalt erfahren. „Ein gutes Drittel aller Asylsuchenden waren im Jahr 2016 Frauen. Viele von ihnen haben geschlechtsspezifische Gewalt erfahren. Besonders grausam ist es, wenn die systematische Vergewaltigung von Frauen und Mädchen als Kriegsstrategie eingesetzt wird. Vielfach ist Gewalt gesellschaftlicher Ausdruck einer Sicht, die Frauen eine untergeordnete Stellung zuschreibt oder sie als Besitz betrachtet. Damit wird ihnen eine eigene, gleichberechtigte Würde abgesprochen.“ Auch psychische Gewalt oder fehlender Zugang zu Bildung und einem selbstbestimmten Leben kann Migration auslösen. Zu den frauenspezifischen Gründen für Flucht und Migration gehören drohende Verschleppung und Versklavung, Zwangsabtreibung, Steinigung, Zwangsverheiratung, Genitalverstümmelung sowie Mädchen- und Frauenhandel.

Bischof Bode begrüßt, dass die geschlechtsspezifische Verfolgung von Frauen in Deutschland seit 2005 ein anerkannter Asylgrund ist. Er betont, dass „die rechtliche Verankerung Ausdruck unserer gesellschaftlichen Werte ist. Gleichberechtigung von Männern und Frauen und der Schutz der Würde des menschlichen Lebens sind unverzichtbar. Für diese Werte setzen wir uns auch als katholische Kirche aktiv ein“.

In Deutschland angekommen, sind Frauen nicht automatisch in Sicherheit. Sie sind in Gefahr, erneut zum Opfer frauenspezifischer, häufig sexualisierter Gewalt zu werden. Bischof Bode unterstreicht, dass der Tag gegen Gewalt an Frauen unsere Kirche und die Gesellschaft daran erinnert, „in die Gewaltprävention zu investieren und frauenspezifische Benachteiligung abzubauen“. Dazu zähle, die Sicherheit in den Flüchtlingszentren zu verbessern, den Zugang zu Frauenhäusern und Schutzräumen zu erleichtern, vertrauenswürdige Hilfe bereitzustellen und zwangsverheiratete Frauen mit ihren Rechten vertraut zu machen. Darüber hinaus wolle die katholische Kirche dazu beitragen, dass geflüchteten Frauen in unserer Gesellschaft eine Perspektive für ein selbstbestimmtes Leben eröffnet wird, in dem sie ihre Potentiale entfalten können. „Ein Skandal“, so Bischof Bode, sei es, dass „Frauen, die sich für den interreligiösen Dialog einsetzen und Werte wie Toleranz und Gleichberechtigung einfordern, öffentlich beschimpft und bedroht werden. Ich danke ausdrücklich allen Frauen in unserer Gesellschaft, die sich für die Anerkennung der Menschenwürde von Frauen einsetzen“.

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